Bericht zum Heimattreffen 2019

von Manfred Goldberg

Liebe Pfarrangehörige, Freunde und Förderer,

unser Heimattreffen fand diesmal vom 15. bis 18. August statt. Am 15. August ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt und der hatte im Böhmerwald besondere Bedeutung. Überall fanden im Kaplitzer Bezirk Wallfahrten statt. Der bedeutendste Wallfahrtsort im Bezirk war Maria Trost in Brünnl und zudem einer der meistbesuchten in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Der zweitgrößte Gnadenort des Kaplitzer Bezirks war Maria Schnee bei Reichenau an der Maltsch – er ist nur wenige Gehminuten von der österreichischen Grenze entfernt – und wurde von den Bewohnern des Unteren Mühlviertels als „ihr“ Wallfahrtsort angesehen. Dies mag einer der Gründe gewesen sein, warum man nach dem unseligen zweiten Weltkrieg nahe der Grenze auf österreichischer Seite Neu Maria Schnee errichtete.

Donnerstag, 15. August

Heute können wir zwischen den beiden Orten frei wählen und Alt und Neu Maria Schnee sind Konkurrenten um die Gunst der Pilger bzw. Wallfahrer geworden. In diesem Jahr feierte die Wallfahrtskirche Maria Schnee am Heiligen Stein ihr 275 jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst im Beisein des Bischofs von Budweis Monsignore Vlastimil Kročil. Aber auch Neu Maria Schnee am Hiltschner Berg feierte den Tag – wie Ihr unserer Einladung zum Heimattreffen entnehmen konntet – einen Festgottesdienst. Wir Rosenthaler hatten uns bewusst für den Besuch der vermeintlich kleineren Veranstaltung entschieden und waren überrascht dass doch zahlreiche Besucher gekommen waren. Frau Weismann begrüßte die Anwesenden und erwähnte auch uns – die Abordnung aus Rosenthal. Das Wetter spielte auch mit und so erlebten wir eine schöne Messe im Freien auf dem Hiltschner Berg. Anschließend hatten wir Gelegenheit für Gespräche und konnten Frau Weismann zu unserer Feier nach Rosenthal einladen was sie auch gerne annahm.

Am Hiltschner Berg

Der nächste Termin – oder war es Reinhardt – drängte uns schon nach Oberhaid so dass wir das einladende Festzelt zwecks Stärkung nicht aufsuchen konnten. In Oberhaid besichtigten wir die Pfarrkirche St. Michael die 1252 erstmals erwähnt und von Wok von Rosenberg gegründet wurde. Der 1511 fertiggestellte Vorgängerbau brannte 1738 nieder und beim schwersten Brand in Oberhaid im Jahr 1772 wurde der ganze Ort in Schutt und Asche gelegt. Die Kirche ist nach diesen Bränden wieder errichtet worden. Das Presbyterium ist noch gotisch und alles Andere stammt ebenso wie die Inneneinrichtung aus der Barockzeit. Nach der Kirchenbesichtigung ließen wir uns auf dem weitläufigen Marktplatz nieder und warteten auf die Oberhaider Heimatfreunde. So nach und nach trafen diese und die Mitglieder der Musikkapelle ein. Nach dem musikalischen Auftritt vor der Kirche feierten die Oberhaider in der Kirche eine Messe und wir fuhren unter der Führung von Zdeněk, dem Sohn der Bürgermeisterin Alena Ševčíková von Rožmitál, nach Unterhaid um endlich die verdiente Stärkung zu genießen. Das Essen im Lokal war übrigens recht gut und wir schlossen es mit Palatschinken und Kaffee ab. Und für die Einladung bedanken wir uns bei Alena recht herzlich.

Kirche in Oberhaid

Nach dem Essen hat sich unsere Gruppe aufgelöst. Wir fuhren zurück nach Rainbach um uns etwas zu erholen und die eine oder andere Vorbereitung für die folgenden Tage zu treffen. Die Oberhaider, die wir mittags trafen, hatten uns zu ihrem Festabend in den Gasthof Preinfalk nach Reichenthal eingeladen. Somit war das Programm für den Abend schon vorgegeben und bis dahin mussten wir wieder fit sein. Erfreulicherweise trafen wir bei diesem Festabend den 1. Vorsitzenden von Glaube und Heimat e.V. Herrn Militärdekan und Kanoniker  Siegfried Weber und den Geschäftsführer Herrn Erich Schaufler. Mit beiden konnten wir konstruktive Gespräche führen und beide standen unseren Anliegen überwiegend positiv gegenüber. Reinhardt hat die beiden Herren auch gleich zu unserem Treffen nach Rainbach und Rosenthal eingeladen. Herr Weber musste leider wegen bereits eingegangener Verpflichtungen absagen aber Herr Schaufler sagte spontan sein Kommen zu. Ergänzen möchte ich noch dass das Essen im Gasthof Preinfalk sehr gut war. Und so konnten wir rundum zufrieden nach Rainbach zurückfahren. Zwar lag ein anstrengender erster Tag unseres Heimattreffens hinter uns; aber er war sehr gelungen. Wir hatten viele interessante Gespräche, konnten neue Kontakte knüpfen und bereits bestehende Kontakte pflegen und vertiefen. Den weiteren Tagen unseres Treffens sahen wir nun gelassen entgegen.